Ein Sammelcontainer steht mitten auf dem Schulhof eines Gymnasiums. Ein banaler, fast unsichtbarer Gegenstand. Und doch beginnt sich etwas um ihn herum zu regen.
Jeden Tag werfen Schüler:innen Kleidungsstücke hinein: ein zu klein gewordenes T‑Shirt, ein Hoodie voller Erinnerungen, ein Paar Schuhe, das aus der Mode gekommen ist. Während sich die Spenden häufen, wird der Container zum stummen Zeugen der Geschichten und Gefühle, die in diesen Stoffstücken stecken. In ihm spiegeln sich der Druck, „im Trend“ zu sein, die Freude, die eigene Individualität auszudrücken – aber auch das Gewicht einer Textilindustrie, die unsere Wünsche formt, … und den Planeten prägt. In kurzen Szenen und Choreographien erkundet das Stück die intime Beziehung zwischen Jugendliche und ihrer Kleidung: was sie über sie aussagt, was sie verbirgt und was sie – oft ungewollt – preisgibt.
Für diese vierte Ausgabe des Projekts V.I.P. haben sich Schüler:innen des Lycée Aline Mayrisch darauf eingelassen, ihr eigenes Theaterstück zu entwickeln – begleitet von einem multidisziplinären Künstler:innenteam. In diesem Jahr verbindet die Inszenierung Theater und Video und verfolgt einen zugleich biografischen und dokumentarischen Ansatz, der sich auf die Erfahrungen, Erzählungen und Kleidungsgewohnheiten der Teilnehmenden stützt.






